LEKTION 271: Streetparade

LEKTION 271: Streetparade

Am kommenden Samstag treffen sich wie jedes Jahr, Tausende von Ravern im Zürcher Seebecken. Bereits zum 25. Mal rollen die Lovemobiles durch die Menschenmengen. Die Parade ist seit 1992 eine Demonstration für Liebe, Frieden, Freiheit und Toleranz wie auch ein innovativer Tanz- und Musik-Event.

Selbstverständlich werden wir euch passend dazu wieder ein paar Fakten aufzeigen, obwohl sich Allgemeinwissen an der Streetparade wohl kaum für euch auszahlen wird.

Hui, da geht was!

Die erste Demonstration für Liebe, Frieden, Freiheit und Toleranz oder eben Streetparade hat am 5. September 1992 zum ersten Mal stattgefunden. Damals fand die Demonstration mit ca. 1‘000 Leuten statt. Nur drei Jahre später wurde schon die 100‘000-Marke geknackt, als der Parade 1995 ca. 140‘000 Menschen beisteuerten. Im Jahre 2011 und 2015 sind die einzigen Ausgaben mit über 1‘000‘000 Menschen und damit bisher unerreicht. Durchschnittlich finden sich etwa 800‘000 bis 900‘000 Raver an der jährlichen Parade ein.

Was einen nicht tötet, macht einen stärker

Das gilt auch bei der Streetparade. Schon im dritten Jahr, 1994, wollte die Stadt die Parade verbieten. Sie sei zu gross zu laut und verursache zu viel Müll. Robert Neukomm, damaliger Polizeivorsteher der Stadt, welcher sich für den «Gegenmarsch» der Parade aussprach, schlug eine Welle von Protesten entgegen. Die Parade bekam dadurch nur noch mehr Publicity und wurde noch im gleichen Jahr mit 20‘000 Menschen durchgeführt. 1995, wie wir wissen stieg die Zahl der Raver nochmals um 120‘000 an.
Da ging der Schuss wohl knapp nach hinten los Herr Neukomm!

«Let the sun shine!»

Vielleicht mögen sich einige von euch noch daran erinnern, vielleicht waren von euch auch ein paar mit dabei. Im Jahrhundertsommer der Schweiz, im Jahr 2003, stieg das Thermometer an der Streetparade auf 37°. Bisher die heisseste Parade und passend dazu war das Motto «Let the sun shine!» Somit besitzt auch die Streetparade 2003 einen Rekord und was für einen heissen noch dazu!

«Unpartner»

Zum Abschluss noch etwas Kurioses! Für das Jahr 2002 haben wir auch noch einen Platz in unserem Eintrag gefunden. Damals kam es zur «Demo an der Demo». Weil Radio 24 auf der Route der Street Parade auf einem Grossbildschirm Werbung für Sunrise gemacht hat, verhüllten die Veranstalter der Street Parade das Gebäude mit einem grossen schwarzen Tuch mit der Aufschrift «Unpartner». Die Veranstalter nannten es «Trittbrettfahrerei». Sehr radikale Vorgehensweise, aber nur so scheint man auch daraus zu lernen, denn bisher gab es keine grosse Bildschirmwerbung von Sunrise mehr. Da sagt noch einer «Briefe & Plakate» hätten heutzutage keine Bedeutung mehr… Phaa!

So, hiermit auch schon wieder genug Räuberfakten für heute. Fuxt schön weiter, lasst Zürich bitte stehen und bis zur nächsten Lektion.